Das neue Bahnhofsquartier Gransee entwickelt sich auf einem ehemaligen Feld zu einem nachbarschaftlichen Wohnquartier. Angelehnt an die Wohnblöcke in der Altstadt wird der Granseer Maßstab im Entwurf neu interpretiert. Es entstehen Hofstrukturen, die unterschiedliche Wohnformen um einen gemeinschaftlichen Innenhof gruppieren. Das Freiraumangebot in der Stadt wird durch einen Park erweitert, der sich quer durch das neue Quartier zieht.
Die neuen Wohnhöfe entstehen in einer großen und in einer kleinen Variante jeweils mit Anschluss an einen Freiraum – den neuen Quartierspark bzw. den Landschaftsraum. Alle Höfe bestehen aus je drei Wohngebäudetypen und einem Schuppen/Carport und werden von innen erschlossen. Die Baufelder mit der Bestandsbebauung an der Straße des Friedens werden mit den Wohnbautypen ebenfalls zu gemeinschaftlichen Höfen ergänzt.
Der neu entstehende Quartierspark bindet mit seiner Durchwegung den Bahnhofsvorplatz an das Quartier an. Er bietet auch für die Bestandsbewohnerschaft einen besonderen Mehrwert als Treffpunkt für verschiedene Altersgruppen, schafft Kommunikationsorte zwischen alten und neuen Anwohner:innen und besitzt eine hohe Bedeutung bezüglich Klimaanpassung, Biodiversität und den Umgang mit (Regen-)Wasser. Darüber hinaus werden auch Kleingärten, Mieter:innengärten sowie private Hausgärten und Balkone/Laubengänge Teil der Grün- und Freiraumversorgung.


Das neue Quartier soll autoarm entwickelt werden und wird durch eine Ringerschließung angebunden. Diese wird als Misch-verkehrsfläche für alle Verkehrsteilnehmenden ausgebildet.
Im Bereich zwischen den Höfen weitet und verjüngt sich der öffentliche Raum und bietet somit Räume zum Aufenthalt, für Zusammenkünfte und Aktivitäten.
Die soziale Nachhaltigkeit des Quartiers spiegelt sich in einem differenzierten Wohnungsmix wider, der gezielt auf die Bedürfnisse verschiedener Lebensphasen reagiert. Während barrierefreie 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen und betreute Wohngruppen am neuen Quartiersplatz Angebote für ältere Menschen schaffen, bieten Punkthäuser und Reihenhäuser flexiblen Raum für Familien und Mehrgenerationenwohnen. Ergänzt wird diese Infrastruktur durch kleinteilige gewerbliche Einheiten in den Eingangsbereichen, die Raum für Nutzungen wie eine Physiotherapiepraxis oder gastronomische Angebote am Bahnhof bieten.


Für die Umsetzung ist eine bedarfsgerechte Entwicklung in vier Phasen vorgesehen, die durch eine dauerhafte „Info-Box“ am Holzhackschnitzelwerk begleitet wird, um die Bevölkerung frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden. Ein innovativer Baustein der Mobilität ist die geplante Quartiersgarage, die als zentraler „Mobility-Hub“ mit Paketstation fungiert und auf ihrem Dach einen öffentlich zugänglichen Aktivplatz für Sport und Bewegung bietet. Gleichzeitig sichern Grauwasser-Aufbereitungssysteme und Pflanzenkläranlagen in den Wohnhöfen eine zukunftsweisende ökologische Bewirtschaftung des Gebiets.

Projektdaten
Ort
Brandenburg, Gransee
Auftraggeber
Stadt Gransee
Verfahren
Interdisziplinäres kooperatives Gutachterverfahren
Zeitraum
2025 – 2026
Plangebietsgröße
ca. 8 ha
Team
Fugmann Janotta Partner, Berlin
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