Zurück nach Oben

Gransee - Gutachterverfahren Neues Bahnhofsquartier

Interdisziplinäres kooperatives Gutachterverfahren, 2025-26

Das neue Bahnhofsquartier Gransee entwickelt sich auf einem ehe­maligen Feld zu einem nachbarschaftlichen Wohnquartier. Angelehnt an die Wohnblöcke in der Altstadt wird der Granseer Maßstab im Ent­wurf neu interpretiert. Es entstehen Hofstrukturen, die unterschiedli­che Wohnformen um einen gemeinschaftlichen Innenhof gruppieren. Das Freiraumangebot in der Stadt wird durch einen Park erweitert, der sich quer durch das neue Quartier zieht.

Die neuen Wohnhöfe entstehen in einer großen und in einer klei­nen Variante jeweils mit Anschluss an einen Freiraum – den neuen Quartierspark bzw. den Landschaftsraum. Alle Höfe bestehen aus je drei Wohngebäudetypen und einem Schuppen/Carport und werden von innen erschlossen. Die Baufelder mit der Bestandsbebauung an der Straße des Friedens werden mit den Wohnbautypen ebenfalls zu gemeinschaftlichen Höfen ergänzt.

Der neu entstehende Quartierspark bindet mit seiner Durchwe­gung den Bahnhofsvorplatz an das Quartier an. Er bietet auch für die Bestandsbewohnerschaft einen besonderen Mehrwert als Treff­punkt für verschiedene Altersgruppen, schafft Kommunikations­orte zwischen alten und neuen Anwohner:innen und besitzt eine hohe Bedeutung bezüglich Klimaanpassung, Biodiversität und den Umgang mit (Regen-)Wasser. Darüber hinaus werden auch Kleingär­ten, Mieter:innengärten sowie private Hausgärten und Balkone/Lau­bengänge Teil der Grün- und Freiraumversorgung.

Räumliches Leitbild

Das neue Quartier soll autoarm entwickelt werden und wird durch eine Ringerschließung angebunden. Diese wird als Misch-verkehrsflä­che für alle Verkehrsteilnehmenden ausgebildet.

Im Bereich zwischen den Höfen weitet und verjüngt sich der öffentli­che Raum und bietet somit Räume zum Aufenthalt, für Zusammen­künfte und Aktivitäten.

Die soziale Nachhaltigkeit des Quartiers spiegelt sich in einem differenzierten Wohnungsmix wider, der gezielt auf die Bedürfnisse verschiedener Lebensphasen reagiert. Während barrierefreie 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen und betreute Wohngruppen am neuen Quartiersplatz Angebote für ältere Menschen schaffen, bieten Punkthäuser und Reihenhäuser flexiblen Raum für Familien und Mehrgenerationenwohnen. Ergänzt wird diese Infrastruktur durch kleinteilige gewerbliche Einheiten in den Eingangsbereichen, die Raum für Nutzungen wie eine Physiotherapiepraxis oder gastronomische Angebote am Bahnhof bieten.

Fußgänger:innenperspektive am Quartierspark
Detailplan 1:200

Für die Umsetzung ist eine bedarfsgerechte Entwicklung in vier Phasen vorgesehen, die durch eine dauerhafte „Info-Box“ am Holzhackschnitzelwerk begleitet wird, um die Bevölkerung frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden. Ein innovativer Baustein der Mobilität ist die geplante Quartiersgarage, die als zentraler „Mobility-Hub“ mit Paketstation fungiert und auf ihrem Dach einen öffentlich zugänglichen Aktivplatz für Sport und Bewegung bietet. Gleichzeitig sichern Grauwasser-Aufbereitungssysteme und Pflanzenkläranlagen in den Wohnhöfen eine zukunftsweisende ökologische Bewirtschaftung des Gebiets.

Klimaschnitt

Projektdaten

Ort

Stadt Gransee

Auftraggeber

Stadt Gransee

Verfahren

Interdisziplinäres kooperatives Gutachterverfahren

Zeitraum

2025 – 2026

Plangebietsgröße

ca. 8 ha

Team

Fugmann Janotta Partner, Berlin 

Mehr Informationen